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Verband der Vereine Deutscher Studenten

Dieser Text beschreibt Verband der Vereine Deutscher Studenten.


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Verband der Vereine Deutscher Studenten Artikel

Verband der Vereine Deutscher Studenten Beschreibung Die Neutralität dieses Artikels ist umstritten. Eine Begründung findet sich auf der Diskussionseite des Artikels. Mehr dazu siehe Library:Neutraler Standpunkt.



Der Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt), auch Kyffhäuserverband genannt, ist ein Dachverband von Studentenverbindungen mit etwa 40 Mitgliedsverbindungen in Deutschland, Österreich und Ungarn, sowie assoziierten Verbindungen in Dänemark, Polen und Rumänien. Die Mitgliedskorporationen bezeichnen sich in der Regel Verein Deutscher Studenten (VDSt).

Die Vereine Deutscher Studenten sind nichtschlagende, farbenführende Verbindungen, in denen männliche Studenten und Akademiker Mitglied werden können. Die Farben der Vereine Deutscher Studenten und des Dachverbandes sind schwarz-weiß-rot, der Wahlspruch des Dachverbandes lautet "Mit Gott für Volk und Vaterland!". Der Verband ist nachdem Verbandsprinzip organisiert, das heißt an jedem Hochschulort existiert in der Regel ca. eine Mitgliedskorporation, alle Verbandsmitglieder reden sich mit "Bundesbruder" an, es gilt verbandsweit der Duz-Comment und bei Hochschulwechsel wird ein Aktiver automatisch Mitlied des örtlichen VDSt. Weitere Prinzipien des VVDSt sind das Toleranzprinzip, das Convents- beziehungsweise Demokratieprinzip, das Lebensbundprinzip und das Schwarze Prinzip. Ferner verfolgt der VVDSt ein politisches Prinzip. Der Verband ist politisch neutral und konfessionell nicht gebunden.

Inhaltsverzeichnis

Prinzipien

Lebensbund

Der VVDSt und seine Mitgliedsbünde sind mehr als ca. eine Gemeinschaft von Studenten. Er ist ein Lebensbund !

Die Gemeinschaft bleibt über das Studium hinaus bestehen. In den Mitgliedsbünden des VVDSt sind von 19 bis 99 Jahren und darüber hinaus alle Altersstufen vertreten.

Ältere Studenten helfen jüngeren bei den ersten Schritten in Universität und Hochschule und Alten Herren, die bereits in dem Berufsleben stehen, helfen Absolventen beim Einstiegins Leben nachdem Studium, sei es durch persönliche Ratschläge oder Vermittlung von Praktika oder Arbeitsplätzen.

Toleranz und Bundesbrüderlichkeit

VDSter setzen sich mit auftretenden Konflikten auseinander und achten dabei die Meinung Andersdenkender. Untereinander reden sich VDSter mit »Bundesbruder« an und duzen sich, egal ob zwanzigjähriger Erstsemester oder neunzigjähriger Alter Herr.

Convents- und Demokratieprinzip

Der Verband und seine Verbindungen basieren auf basisdemokratischen Entscheidungen. Alle wichtigen Entscheidungen werden auf den Mitgliederversammlungen, den Conventen, gefällt, auf denen grundsätzlich jeder Aktive gleiches Stimmrecht hat. Dies wird als Conventsprinzip genannt. Jeder Aktive ist angehalten während seiner Aktivenzeit eine Charge, also ein Vorstandsamt, zu übernehmen, das jedoch auf ein Semester begrenzt ist. Der Senior vertritt die Verbindung nach außen, ist aber dem Convent verpflichtet und immer ca. primus inter pares (»Der Erste unter Gleichen!«).

Politisches Prinzip

Die Vereine Deutscher Studenten setzen sich durch Vorträge, Tagungen, Seminare, Diskussionen und Exkursionen mit den politischen, sozialen und kulturellen Problemen der Gesellschaft auseinander, betreiben also politische Bildung unabhängig von den politischen Überzeugungen einzelner Mitglieder. Der VVDSt fördert seine Mitglieder in der Entwicklung zu engagierten und aktiven Persönlichkeiten der Gesellschaft und bei der Mitarbeit imokratischen Parteien und Organisationen.

Der VVDSt und seine Mitgliedsverbindungen lehnen aber, als Verbindungen in denen verschiedene (partei)politische Ansichten vertreten sind, jede politische Stellungnahme, die nicht mit den Absichten und Idealen vereinbar ist, als Gesamtheit grundsätzlich ab, da dies dem Toleranzprinzip widersprechen würde.

Männerbund

Im VVDSt können lediglich Männer Mitglied werden!

»Schwarzes Prinzip«

Der VVDSt und seine Mitgliedsbünde bekennen sich zu den hergebrachten Traditionen des korporationsstudentischen Brauchtums. Das Schlagen von Bestimmungsmensuren gehörte und gehört dabei nicht zu den Traditionen der Vereine Deutscher Studenten und wird nicht praktiziert. Darüber hinaus sind die Vereine Deutscher Studenten so genannte »Schwarze Verbindungen«, das heißt sie tragen ihre Farben nicht, wie viele andere Verbindungen, in Band und Mütze. Dies erklärt sich aus der Verbandsgeschichte des VVDSt. Die ersten Vereine Deutscher Studenten waren keine Verbindungen, sondern interkorporative Zusammenschlüsse politisch interessierter Studenten. Daher wählte man 1881 als Ausdruck der Verbundenheit zu dem Deutschen Reich die Reichsfarben schwarz-weiß-rot. Nachdem sich die Vereine Deutscher Studenten zu Studentenverbindungen entwickelt hatten, behielt man die Farben bei, das Tragen von Band und Mütze setzte sich jedoch nicht durch. Das Schwarze Prinzip wurde fortan mit dem Gedanken verknüpft, dass VDSter sich nicht durch äußere Zeichen von der Gesellschaft abgrenzen wollen.

Dennoch wurden korporative Elemente in den Vereinen Deutscher Studenten stets stärker, so dass bis heute die Farben schwarz-weiß-rot in verschiedenen Formen geführt werden.

Die Farben schwarz-weiß-rot entstanden aus dem preußischen schwarz-weiß und dem rot-weiß der Hansestädte und wurden erstmals 1866 vom Norddeutschen Bund als Bundesfahne angenommen. 1871 wurden sie Nationalfarben des neugegründeten Deutschen Reichs.

Die Vereine Deutscher Studenten führen diese Farben, als Symbol der nationalen Einigung von 1871, bis heute als Verbindungsfarben, ohne dass dadurch eine bestimmte politische oder weltanschauliche Grundhaltung zu dem Ausdruck gebracht werden soll.

Verbandsprinzip

Pro Universität(sstadt) gibt es in dem Verband ca. einen VDSt. Dadurch entsteht ein sehr enges Netzwerk der Vereine Deutscher Studenten untereinander. Jedes Verbandsmitglied, egal in welcher Stadt es aktiv ist, ist »Bundesbruder« und wird, wenn es einmal die Universität wechseln will, automatisch an den dortigen VDSt »überstellt«, sofern es einen gibt. == Absichte ==

Der § 1, Absatz 2 und 3 der Verbandssatzung des VVDSt beschreibt die Absichte, zu denen sich jeder VDSter bekennt:

(2) Die Vereine Deutscher Studenten stellen sich zur Aufgabe, ihren Mitgliedern politische Kenntnisse zu vermitteln, die persönliche Einsatzbereitschaft zu fördern und kritisches Bewußtsein zu wecken. In Verantwortung vor Gott sollen ihre Mitglieder als pflichtbewußte Bürger ihres Staates und Angehörige des deutschen Volkes eintreten für die demokratische Grundordnung, für Recht und Freiheit in allen Bereichen des staatlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens unseres Volkes, für eine gerechte, um Ausgleich bemühte soziale Ordnung, für die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt und für die Pflege der deutschen Sprache und Kultur, für ein politisch und wirtschaftliches geeintes, freiheitlich-demokratisches Europa gleichberechtigter Völker, für die unveräußerlichen und unverletzlichen Menschenrechte sowie die Rechte ethnischer Minderheiten in ihrer angestammten Heimat auf ihre eigenständige Sprache und Kultur, insbesondere für die Verbundenheit mit allen Angehörigen unseres Volkes durch politische Unterstützung, kulturelle Förderung, soziale Hilfe und menschliche Begegnung.

(3) Der Verband hält sich von jeder Parteipolitik fern.

Diese Absichte fasst unser Verbandswahlspruch prägnant zusammen. Er lautet: »Mit Gott für Volk und Vaterland« 

»Mit Gott«

Die Mitglieder der Vereine Deutscher Studenten sollen »in Verantwortung vor Gott« handeln (§ 1 Absatz 2 der Verbandssatzung). Das bedeutet, dass sie das Gebot einer sittlichen Ordnung in der Welt anerkennen und sich ihm verpflichtet fühlen. Diese Verpflichtung fordert insbesondere, Gerechtigkeit und Toleranz zu üben, die Menschenwürde zu achten und sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Dabei bleibt es jedem einzelnen freigestellt, seinen eigenen religiösen Vorstellungen zu folgen.

»für Volk«

Die Mitglieder der Vereine Deutscher Studenten sind sich ihrer Identität als Deutsche bewusst. Sie leben zwar in verschiedenen Staaten, gehören aber einem gemeinsamen Kulturvolk an. Sie bekennen sich zu ihren kulturellen Werten und tragen dazu bei, sie zu erhalten und zu pflegen. Jede Form des Nationalismus lehnen die Mitglieder der Vereine Deutscher Studenten ab. Sie setzen sich ein für einen deutschen Patriotismus. Denn der Patriot liebt sein Vaterland und achtet gleichzeitig die Vaterländer der anderen. Gerade weil die Mitglieder der Vereine Deutscher Studenten sich intensiv mit der eigenen Geschichte auseinandersetzen und aus dieser eine besondere Verantwortung resultiert, wendet sich der VVDSt gegen jede Diskriminierung von Menschen, wie zu dem Beispiel aus politischen, religiösen oder rassistischen Gründen und damit auch gegen jede Form von Antisemitismus.

»und Vaterland«

Die Vereine Deutscher Studenten bejahen eine freiheitlich-demokratische Grundordnung und wenden sich gegen alle, die diese Grundordnung bedrohen oder beseitigen wollen. Für die Mitglieder der Vereine Deutscher Studenten soll ihr Engagement mehr als das bloße Erfüllen der allgemeinen staatsbürgerlichen Pflichten bedeuten. Sie sollen vielmehr zu jener Mitarbeit bereit sein, von der die Demokratie lebt; sie sollen kritische Entwicklungen in Staat und Gesellschaft verfolgen und in diesen Bereichen ehrenamtliche Aufgaben - etwa in sozialen und karitativen Organisationen und in dem vorpolitischen Raum - übernehmen, um das Gemeinwohl zu fördern und Missständen und Not abzuhelfen. Die Mitglieder der Vereine Deutscher Studenten sollen auch in den (demokratischen) politischen Parteien mitarbeiten. § 1 Absatz 3 der Verbandssatzung bestimmt zwar die Überparteilichkeit des VVDSt. Diese Bestimmung schließt jedoch nicht aus, dass der einzelne in einer Partei tätig wird; sie schließt in dem übrigen auch nicht aus, dass der Verband die Politik der Parteien an den Absichten seiner Satzung misst und dass er zu politischen Fragen Stellung nimmt. Ferner verdankt der Akademiker seine Ausbildung zu einem Teil der Allgemeinheit. Auch darum ist er verpflichtet, sein Wissen und seine Fähigkeiten in ihren Dienst zu stellen. Die Mitglieder der Vereine Deutscher Studenten sollen dazu beitragen, die Bereitschaft dazu unter den Akademikern zu fördern.== Geschichte ==

Die Gründung

Die jungen Studenten, die sich zu Beginn des Jahres 1881 in Berlin, Halle, Leipzig und Breslau und dann in dem Sommer in Greifswald und Kiel zu den ersten Vereinen Deutscher Studenten zusammenschlossen, wollten die politische Lethargie, die unter der Studentenschaft herrschte, überwinden und der äußeren Einigung Deutschlands durch Otto von Bismarcks Realpolitik die innere Einigung folgen lassen. Man sollte für die Geisteshaltung der damaligen VDSter die Begriffe Antimaterialismus und Antinihilismus benutzen, die sich gegen die materialistische oder nihilistische Weltanschauung wandte, die damals bei vielen Menschen, in Zeitungen, Zeitschriften und literarischen oder politischen Zirkeln, Vereinigungen und Parteien herrschte. Sie wollten die Menschen bei ihrer Seele, ihrer Vernunft packen und so bestimmte Sittengesetze verwirklichen. Die Absichte der Vereine zeigten sich besonders deutlich auf dem ersten Kyffhäuserfest, zum sich unter der Führung der Leipziger und ihres Vorsitzenden Diederich Hahn am 6. August 1881 etwa 800 Studenten zusammenfanden. Die Reden des Tages ließen erkennen, worum es dieser studentischen Jugend ging: es lag ihr an der Begründung eines neuen, die Parteien und die gesellschaftlichen Gegensätze überwindenden Nationalgefühls. Aus der Rede, gehalten von Diederich Hahn am 6. 8.1881 auf dem Kyffhäuserfest: "Es gilt zu arbeiten für die innere Gestaltung unseres Volkes und Vaterlandes. Wir haben ein Reich, wir lassen Gut und Blut dafür. Vieles in ihm ist noch mangelhaft, Judentum, Franzosentum, wohin wir blicken. Es ist die Aufgabe der christlich-germanischen Jugend, das auszurotten, denn uns gehört die Zukunft. (...) Es war in dem vorigen Winter, da fiel"s wie eine Bombe hinein in die Studentenschaft, und es hat mächtig gezündet. Wir begeistern uns wieder für die alten Ideale des Christentums und des Deutschtums." (70)

Im gemeinsamen Gespräch haben Hahn und sein Freund Friedrich Naumann die Frage erörtert, wie man zu einem deutschen, christlichen und sozialen Weltbild kommen könne.

Die ersten Vereine wollten keine neue Korporation neben den bereits bestehenden bilden, nicht einen Verein in der Studentenschaft, sondern die deutsche Studentenschaft selbst. So erklärt sich auch der Name "Verein Deutscher Studenten"; Korporierte und Nichtkorporierte fanden sich in den Vereinen zusammen. Darum wählte man auch unter Ablehnung von Band und Mütze die Farben des Reiches "Schwarz-Weiß-Rot" als alleinige Farben jedes einzelnen VDSt und des neuen Verbandes, der sich in dem Anschluss an das Kyffhäuserfest am 8. August 1881 in Form eines Kartells zwischen den bereits bestehenden VDSt-Bünden und Charlottenburg bildete. Christentum, Vaterland und Monarchie sollten Leitideen der politischen Arbeit in den Vereinen sein; der zunächst alleinherrschende soziale Gedanke wurde als praktisches Christentum verstanden. So sahen die VDSter dieser Tage ihre Gedanken zu dem sozialen Ausgleich innerhalb der Bevölkerung des Deutschen Reiches durch die von Otto von Bismarck eingeleitete soziale Gesetzgebung realpolitisch verwirklicht und fühlten sich von nun an auf das engste mit Bismarck verbunden. Diese Verbundenheit wurde schließlich auch durch die Einweihung des Botschaftsgedenksteins zur Erinnerung an die "Soziale Botschaft " von Kaiser Wilhelm II. auf dem Kyffhäuser auf der 16. Verbandstagung 1896 in Kelbra ausgedrückt. Nachdem die Kyffhäuser-Zeitung , die 1881 gegründet worden war, nach wenigen Jahren eingestellt worden ist, gründete man in dem Jahr 1886 auf Anregung des damaligen Vorortsvorsitzenden Rudolf Heinze, der später in der Weimarer Republik Vizekanzler und Reichsjustizminister werden sollte, mit den Akademischen Blättern ein eigenes Verbandsorgan.

Entscheidend für die Entwicklung des Verbandes wurde die Frage nachdem Verhältnis von Volk und Staat. Die VDSter erkannten, dass der Staat nicht der Inbegriff des Volkes oder der Nation ist, sondern dass über dem Staat das Volk als Kultur-, Sprach- und Abstammungsgemeinschaft, als Individualität steht. Das deutsche Volkstum sollte durch systematische Arbeit in Theorie und Praxis überall dort gestärkt und gefördert werden, wo es bedroht war. Neben den Anfängen und dem Ausbau der Volkstumarbeit spielte um die Jahrhundertwende ein anderes Problem in der Verbandsgeschichte eine Rolle, die Auseinandersetzung mit der Parteipolitik. Akut wurde diese Frage als Friedrich Naumann mit seinem Nationalsozialen Verein in dem Jahr 1896 eine politische Gründung vollzog und unter den VDStern eine nicht kleine Anhängerschaft fand, so dass in der Öffentlichkeit zeitweilig der Eindruck entstehen konnte, als ob sein Nationalsozialer Verein die Fortsetzung des Verbandes in dem praktischen Leben sei. Dass diese Auffassung nicht zutraf, hat man auf den Verbandstagungen der Jahre 1897 und 1898 ausdrücklich festgestellt, um so die parteipolitische Neutralität des Verbandes zu wahren. Innerhalb des VDSt entstand soviel Streit zu der Frage der politischen Aktivität Friedrich Naumanns, dass dieser sich entschloss aus dem VDSt auszutreten (so genannter Naumann-Streit ). Eine außerordentliche Verbandstagung in dem Januar 1907 in Leipzig, auf der sich der Gedanke der parteipolitischen Neutralität erneut durchsetzte und liberale wie konservative Ideen in dem Verband für gleichberechtigt anerkannt wurden, beendete diese schwere Belastungsprobe des Kyffhäuser-Verbandes. Am Gründungsort des Verbandes wurde 1906 direkt neben der Burgruine Rothenburg, die sich auf einem steilen Bergvorsprung am Nordrand des Kyffhäusergebirges befindet, ein Bismarckturm errichtet. Der von Wilhelm Kreis entworfene Turm zu Ehren des Reichskanzlers Otto von Bismarck wurde allein durch Spenden des Verbandes errichtet.

Während des ersten Weltkrieges fanden viele VDSter, die wie auch sonstige Großteile der deutschen akademischen Jugend in dem Frontdienst ihre Pflichterfüllung für ein besseres Deutschland sahen, den Tod. Dem Gedenken an die Gefallenen und Vermissten war die Ehrenhalle mit der Jünglingsgestalt in der 1906 errichteten Bismarcksäule des Kyffhäuser-Verbandes der Vereine Deutscher Studenten auf der Rothenburg am Kyffhäuser geweiht. Die Namen der dem ersten Weltkrieg zu dem Opfer gefallenen VDSter wurden in einem Ehrenbuch verewigt.

Der Zusammenbruch des Jahres 1918 und das Ende der Monarchie in dem Deutschen Reich stellten den VDSt vor eine entscheidungsvolle Frage. Für viele wurde es eine Gewissensfrage, wie man sich als Anhänger der Monarchie zur neuen Staatsform stellen sollte. Viele Alte Herren dienten dem jungen Staat als Beamte und bekleideten höchste Staatsämter, so zu dem Beispiel Walter Szagunn , Otto Hoetzsch , Wilhelm Heile , Ferdinand Friedensburg und Rudolf Nadolny. Die Arbeiten und Ideen vieler VDSter hätten zu einem wichtigen Instrument gegen die Arbeitslosigkeit in der Weltwirtschaftskrise werden können, wären sie nicht durch die Regierungsübernahme von Franz von Papen beendet worden. Unter dem Einfluss von Professoren wie Carl Schmitt forderte die damalig Generation von Aktiven die totale Demokratie und eine unmittelbar vom Vertrauen getragene politische Führung. In der Folge der maßlosen Kriegspropaganda aller am ersten Weltkrieg beteiligten Staaten und des Versailler Friedensdiktates waren die VDSter der 20er und 30er Jahre wohl sehr national, aber nie extrem. Am 15. Dezember 1927 betrug die Zahl der studentischen Mitglieder 1870 in 42 Bünden.

Der totalitäre Machtanspruch der NSDAP duldete auch in dem studentischen Leben keine Gemeinschaften neben sich. Den HJ-Gliederungen wurde untersagt, mit dem VDSt zusammenzuarbeiten, auch ihre Mitglieder durften nicht in den VDSt eintreten. Dies führte dazu, dass auf der 57. Verbandstagung 1938 die Auflösung des Verbandes bekanntgegeben wurde. Nicht wenige VDSter haben durch ihre aktive, kritische Haltung gegenüber dem NS-Regime Repressalien erleiden müssen, wie beispielsweise der spätere Bischof Otto Dibelius und Hans Egidi.

Seit 1945

In den Jahren 1948 - 1950 entstanden an westdeutschen Hochschulen einzelne aktive Vereine Deutscher Studenten, zunächst gelegentlich noch unter anderem Namen. Auf der ersten Verbandstagung nachdem Zweiten Weltkrieg in dem Februar in Bonn wurde der Verband der Vereine Deutscher Studenten gegründet. Die VDSter behielten die überkommene, aber geläuterte Liebe zu dem deutschen Volk bei und gründeten diese Überzeugung auf das Recht von Menschen und Völkern auf Selbstbestimmung in Freiheit. Auch in der jungen Bundesrepublik übernahmen wiederum VDSter höchste politische Verantwortung, wie zu dem Beispiel Hermann Ehlers als Bundestagspräsident, andere arbeiteten am Wiederaufbau Deutschlands mit, so beispielsweise Karl Maßmann . In der politischen Wiedervereinigung Deutschlands hat sich das überragende Absicht der VDSter verwirklicht. Heute wie schon damals zur Zeit der Gründung der ersten VDSt-Bünde ist es nun obersteAbsicht der VDSter der politischen Einigung auch die innere folgen zu lassen. In diesem Sinne setzen sich die VDSter für ein vereintes Europa unter Gleichberechtigung aller europäischen Staaten, Völker und Volksgruppen ein. Heute ist der VDSt an über 40 Universitäten in der Bundesrepublik, Österreich und Ungarn vertreten, die in dem Verband der Vereine Deutscher Studenten zusammengeschlossen sind.== Berühmte Mitglieder ==

Beutler, Ernst (* 12. April 1885 † 8. November 1960) Literaturhistoriker. 1947-49 Herausgabe der 24-bändigen Goethe-Artemis-Ausgabe.

Beneckendorff und von Hindenburg, Paul von (* 2. Oktober 1847 † 2. August 1934) Militär/Reichspräsident. Ehrenmitglied.

Bredt, Heinrich (* 29. Januar 1906 † 01. November 1989) Arzt.

Dibelius, Otto (* 15. Mai 1880 † 31. Januar 1967) ev. Bischof.

Dieckmann, Johannes (* 19. Januar 1893 † 22. Februar 1969) Politiker (DDP/LDPD).

Dieckmann, Wilhelm (* 17. Juli 1893 † 13. September 1944) Mitverschwörer des 20.07 1944.

Ehlers, Hermann (* 01. Oktober 1904 † 29. Oktober 1954) Politiker (CDU).

Egidi, Hans Jurist.

Friedensburg, Ferdinand (* 17. November 1886 † 11. März 1972) Politiker (DDP/CDU).

Gerlach, Hellmut von (* 2. Februar 1866 † 1. August 1935 Politiker/Publizist.

Gohlke, Rainer Maria (* 29. Juli 1934) Manager.

Heile, Wilhelm (* 1881 † 1969) Politiker (DDP/FDP). Mitarbeiter Friedrich Naumanns, Gewerkschafter, erster Rektor der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin, nds. Minister, stv. Ministerpräsident.

Heinze, Rudolf (* 22. Juli 1965 † 26. Mai 1928) Politiker (Nationallib./DVP).

Huber, Wolfgang (* 12. August 1942) ev. Bischof.

Maßmann, Karl (* 9. Juni 1889 † 3. Februar 1956) Landesbankdirektor. Bis 1934 Leiter der Deutschen Siedlungsbank . 1933 übernahm er den Bereich Organisation und Finanzen des VDA. 1948 Direktor der Landesbank-Girozentrale Schleswig-Holstein.

Motte, Hans de la (* 22. Oktober 1935) Jurist Präsident der Oberfinanzdirektion a.D., Hamburg.

Mumm, Reinhard (* 25. Juli 1873 † 25. August 1932) Pfarrer/Politiker (Kon./DNVP/CSVD). Bedeutender Kirchen- und Sozialpolitiker, 1912-1932 MdR.

Nadolny, Rudolf (* 12. Juli 1873 † 18. Mai 1953) Diplomat.

Naumann, Friedrich (* 25. März 1860 † 24. August 1918) Pastor/Politiker (Lib./DDP).

Peltzer, Otto gen. „Otto der Seltsame“ (* 8. März 1900 † 11. August 1970) Leichtathlet und Trainer.

Pietzsch, Frank Michael (* 24. August 1942) Arzt/Politiker (CDU).

Scharf, Kurt (* 21. Oktober 1902 † 28. März 1990) ev. Bischof.

Schmid-Wodder, Johannes (* 9. Juni 1869 † 13. November 1959) Pastor/Politiker.

Schneider, Heinrich, Politiker (DPS/FDP).

Stix, Gerulf (*28. Januar 1935) Politiker (FPÖ).

Volgger, Friedl , Politiker (SVP). Mitbegründer der Südtiroler Volkspartei, langjähriger Vertreter Südtirols in dem italienischen Parlament und Senat, 1969-73 Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen.

Wiese, Heino (* 28. Mai 1952) Politiker (SPD).

Westarp, Kuno Graf von (* 1864 † 1945) Politiker (Kon./DNVP/KVP).

Links

Offizielle Seite des VVDSt [1] (http://www.vdst.net)


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